Am Mühlenbach 9
     32469 Petershagen
     05768 / 94 18 55
     Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Historie

Während der etwa 100 jährigen deutschen Heringsfischerei ab 1872 galt das Gebiet der Mittelweser mit den Westfalen, Hannoveranern und den Schaumburg-Lippern als das größte zusammenhängende Wohngebiet deutscher Heringsfänger. Der Heringsfang, einige hundert Kilometer von der Küste entfernt, hat die Familien ernährt und einen gewissen Wohlstand in die Region gebracht.

Warum Heringsfänger im Binnenland?

In früheren Zeiten, nach dem Dreißigjährigen Krieg, in Westfalen und Niedersachsen war ein Überschuss an Arbeitskräften vorhanden, die sich in der arbeitsschwachen Zeit der Landwirtschaft Arbeit suchen mussten. Da sie überwiegend nach Holland gingen, bekamen diese saisonalen Wanderarbeiter den Namen „Hollandgänger“. Die Arbeitsaufnahme in den Niederlanden hat hunderten von unterbeschäftigten oder arbeitslosen Arbeitskräften sowie ihren Familien von der zweiten Hälfte des 17. bis zum Ausgang des 19. Jahrhunderts die Chancen zum Überleben geboten.
Im Mindener Raum, an der Mittelweser und in Schaumburg-Lippe lassen sich die Hollandgänger überwiegend drei Berufsgruppen zuordnen: Grasmäher, Torfstecher und Seeleute. Viele Wanderarbeiter suchten von Anfang an Anstellung in den Städten oder wollten die Saison durch Arbeitsverträge in anderen Berufen verlängern. Da die Seeleute gut verdienten, blieben sie bei diesem Beruf. Zu den Hollandgängern lassen sich nur die Wal- und Heringsfänger rechnen, die mit befristeten Arbeitsverträgen und rhythmischer Wiederkehr arbeiteten.
Zwischen 1872 und 1911 wurden an der deutschen Nordsee und in den Flussmündungen der Ems, der Weser und der Elbe in den Städten Heringsfischerei-Gesellschaften gegründet. Zunehmend wechselten die Heringsfänger von der Mittelweser nun von den niederländischen zu den deutschen Fischerei-Gesellschaften. Die große Mehrzahl der Heringsfänger kam aus der Gegend zwischen dem westfälischen Minden, dem niedersächsischen Stolzenau und dem ehemaligen schaumburg-lippischen Stadthagen und Bückeburg. Besonders die Bremen-Vegesacker Fischerei-Gesellschaft entwickelte sich im 20. Jahrhundert zum wichtigsten Arbeitgeber der Heringsfänger von der Mittelweser.